Gedenken zum 8. Mai

Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft

03.05.2019

 

Für die CDU Kleinmachnow legten Kathrin Heilmann, Dietrich Rudorff und Wolfgang Nieter an den drei Orten, am Ehrenmal, am Platz Ecke Ernst-Thälmann-Straße/Hohe Kiefer und am Kreuz auf dem Kleinmachnower Waldfriedhof, Blumengebinde nieder. 






Maximilian Tauscher, 08.05.2019
 
Gedanken zum 8.Mai 1945
 
Täglich erfahren wir durch die modernen Medien von Kriegshandlungen  und von Terrorakten, sehen bedrängte  und gequälte Menschen. Müssen  wir uns denn heute noch mit der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten beschäftigen?
Die Zeitzeugen werden immer weniger, aber die Berichte und Dokumente  sind inzwischen immer zahlreicher,  in einem kurzen Beitrag nicht darzustellen.
Gerade in unserer Zeit, in der immer wieder Geschichtsverfälschung in der öffentlichen Wahrnehmung von  manchen politischen Gruppen festzustellen ist, bleibt es unsere Pflicht, zu erinnern und zu gedenken.
 
Die Unterzeichnung der Kapitulationserklärung zog sich bis in die Nacht zum 9. Mai hin. Die Urkunde weist jedoch noch als Datum den 8. Mai auf, da die Kapitulation ja eine Minute nach Mitternacht deutscher Sommerzeit in Kraft trat. Auf deutscher Seite hatte der letzte deutsche Reichspräsident Dönitz die hochrangigen deutschen Offiziere Keitel, Friedeburg und Stumpf zur Unterzeichnung entsandt.
1. Wir, die hier Unterzeichneten, die wir im Auftrage der Oberkommandos der Deutschen Wehrmacht handeln, übergeben hiermit bedingungslos dem Obersten Befehlshaber der Alliierten Expeditionsstreitkräfte und gleichzeitig dem Oberkommando der Roten Armee alle gegenwärtig unter deutschem Befehl stehenden Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft
 
In seinem Buch „Wie es zur Teilung Deutschlands kam“ schreibt
Wolfgang Benz  :
„Die amerikanischen, britischen und sowjetischen Generalstäbler waren sich in Jalta einig, dass die Niederlage Deutschlands frühestens um  den 1.Juli, spätestens Ende des Jahres 1945 Tatsache sein würde.“
„Der deutsche Zusammenbruch war freilich, als die Alliierten dies planten und rechneten, schon weit fortgeschritten.
Den „totalen Krieg“ zu führen, den Hitlers Propagandaminister  Goebbels im Februar 1943 ausgerufen hatte, waren die Alliierten je länger desto mehr in der Lage als Deutschland, das  im September 1944 die letzten  „waffenfähigen Männer, kaum ausgebildet und kläglich ausgerüstet, zum „Volkssturm“, zum letzten Aufgebot, rufen musste.
„Totaler Krieg“ wurde seit 1942 von der amerikanischen und britischen Luftwaffe gegen deutsche Städte  geführt.“…
„Der Durchhalteparole half das Regime durch drakonische Maßnahmen und Befehle nach.
Am 15.Februar 1945  wurden in „feindbedrohten Reichsteilen“ Standgerichte eingeführt, die den Kampfeswillen der Bevölkerung durch Todesurteile stählen sollten…
 
Im September 1944 begründete  SS-Chef Heinrich Himmler unter der Bezeichnung „Werwolf“ eine Partisanenbewegung.  Auch wenn die Resonanz in der Bevölkerung wesentlich geringer war, als die goebbelssche Propaganda glauben machen wollte, standen Ende des Jahres rund 5000 Männer und Frauen, unter dem Kommando des SS-Generals Hans-Adolf Prützmann bereit, um mit Sabotageaktionen den Vormarsch der Alliierten zu stoppen.
Tatsächlich wurde die wichtigste Aufgabe dieser nur schlecht ausgebildeten Einheiten der Terror gegen „Volksgenossen“, die des „Verrats“ verdächtigt wurden.
Die psychologische  Wirkung der propagierten Werwölfe auf die  alliierten Truppen war aber beträchtlich, und es dauerte noch lange über die Kapitulation  hinaus, bis  auch die Besatzungssoldaten glaubten, dass keine Nationalsozialisten in ihrem Rücken lauerten.“
 
Doch  wer unter den Verdacht geriet, zu den Werwölfen zu gehören, musste im Machtbereich der Roten Armee mit langjähriger Haft oder  mit der Todesstrafe rechnen.
Was unterscheidet Hitlers Kriegsführung von anderen Kriegen?
 
Hitler hatte seine Generäle, etwa 250 Kommandeure, schon im März 1941 in der Berliner Reichskanzlei versammelt und auf einen „Vernichtungskampf“ vorbereitet:
„Wir müssen vom Standpunkt des Kameradentums abrücken.  Der Kommunist ist vorher kein  Kamerad und nachher kein Kamerad. Im Osten ist Härte mild für die Zukunft.
Die Führer müssen von sich das Opfer verlangen, ihre Bedenken  zu überwinden.“
 
Und  die allermeisten taten es, trotz einiger Protestnoten gegen den „Kommissarbefehl“ vom  6.Juni 1941, demzufolge gefangene politische  Kommissare  der Roten Armee sofort zu erschießen seien.
 
Anders als im 1.Weltkrieg oder im Zweiten Weltkrieg an der Westfront, gab es kaum Ansätze einer Infrastruktur zur Unterbringung von Kriegsgefangenen  im Osten,  nur selten Hütten, die nötigste  medizinische  Versorgung, ausreichend Nahrung. Es sollte all das nicht geben.
 
Die mörderische Behandlung der Gefangenen durch die Wehrmacht war Teil des Vernichtungskrieges, auch wenn es in der Bundesrepublik Jahrzehnte dauern sollte, bis diese Erkenntnis nicht mehr zu leugnen war.
Der Heidelberger  Historiker Christian Streit  veröffentlichte 1978 seine Dissertation , die  als Buch erschienen ist mit dem Titel : „Keine Kameraden: Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941-1945 “. Viele wollten nicht wahrhaben, dass die Deutsche Wehrmacht Abertausende Dörfer und Städte  in Schutt und Asche gelegt hat und auch nicht, dass mehr als  drei Millionen sowjetische Soldaten in deutscher Gefangenschaft elend umgekommen sind.“
 
Von 1941 bis 1944 dauerte die deutsche Belagerung Leningrads. Eine Million Menschen fielen ihr zum Opfer. Hitler ließ die Wehrmacht fast 900 Tage mit klar definiertem Ziel rund um die russische Metropole die Belagerung durchexerzieren,  „Ein Interesse an der Erhaltung auch nur eines Teils dieser großstädtischen Bevölkerung besteht in diesem Existenzkrieg unsererseits nicht.“
 
Am Ende des Zweiten Weltkrieges lautete die Haltung der Alliierten noch:
„Deutschland wird nicht mit dem Ziel der Befreiung besetzt, sondern als eine besiegte feindliche Nation zur Durchsetzung alliierter Interessen.“
 
„Wir haben allen Grund, für diesen aufopferungsvollen Kampf der ehemaligen Gegner in Ost und West dankbar zu sein. Er hat es möglich gemacht, dass wir in Deutschland heute in Freiheit und Würde leben können.“
 
Appell nach Richard von Weizsäcker 1985:
 
– Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen.
– Lassen Sie auch uns als demokratisch gewählte Politikerinnen und Politiker  dies immer wieder beherzigen und ein Beispiel geben
– Ehren wir die Freiheit.
– Arbeiten wir für den Frieden.
– Halten wir uns an das Recht.
– Dienen wir der Gerechtigkeit